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23. September 2025

Die Besucherzahl sagt deutlich: Klimaschutz bewegt die Menschen.

Vereinsleben

Podiumsdiskussion Klimaschutz

Unsere Podiumsdiskussion am 1. September 2025  zu Klimaschutz in Königswinter war ein voller Erfolg! Wir haben über 300 interessierte Bürgerinnen und Bürger gezählt und der Saal war rappelvoll. Wir bedanken uns sehr herzlich bei Lutz Wagner, Christian Fischer und Heike Jüngling für den wirklich interessanten Abend, der uns einen Eindruck vermittelt hat, wie Klimaschutz in Königswinter weiter gehen kann. Ebenfalls bedanken wir uns bei Peer Gillner, der die Moderation des Abends wunderbar gestaltet hat. Und nicht zuletzt bedanken wir uns bei Herrn Voigt für die Überlassung des Strücher Saals!

Die Klimagruppe freut sich auf eine weiterhin fruchtbare und konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadt Königswinter und auf gemeinsame Erfolge in Sachen Klimaschutz!

 

Fragen und Antworten aus der Podiumsdiskussion

Was wollen Sie tun, damit Fußgänger und Radfahrer sich sicherer fühlen im Verkehr?

Lutz Wagner: Aktuell erarbeiten wir das Nahmobilitätskonzept für Königswinter: Ziel ist ein sicheres, integriertes und bedarfsorientiertes Verkehrssystem, bzw. -angebot zu schaffen. Es setzt auf nachhaltige bzw. umweltfreundliche Mobilitätsangebote für den Fuß- und Radverkehr sowie einen gut angebundenen ÖPNV.

Mehr Informationen: https://www.koenigswinter.de/de/nahmobilitaet.html

Christian Fischer: Aufbauend auf dem Nahmobilitätskonzept und den dort aufgeführten Schwerpunkten den Schwung jetzt nutzen und weiter in die Verbesserung und Umsetzung gehen. Dabei sind mir „Hotspots“ wie Schulen und Seniorenheime (Barrierefreiheit) besondere Anliegen.

Heike Jüngling: Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer, LKW- und Busfahrer – benötigt einen Platz im gesamten verfügbaren Verkehrsraum. Die schwächsten Teilnehmer sind Fußgänger und Radfahrer, insbesondere Kinder, für die entsprechende Verkehrsräume (Fußwege, Bürgersteige, Radwege) geschaffen werden müssen. Dies kann z.B. dadurch erfolgen, dass der motorisierte Straßenverkehr moderat Verkehrsraum abgeben muss, ohne allerdings seine Funktionsfähigkeit aufgeben zu müssen. Zudem sollten Gehwege und Straßen von Schlaglöchern und Schäden befreit werden, damit keine Gefahrenquellen für Fußgänger (besonders auch für die mit Rollatoren oder Rollstühlen) und Fahrradfahrer bestehen. Seitens der Stadt Königswinter wird zurzeit ein Nahmobilitätskonzept erarbeitet, welches auch Mobilitätsangebote für den Fuß- und Radverkehr vorsehen soll.

Was wollen Sie dafür tun, Menschen, die die AfD wählen würden, zu erreichen und zu überzeugen, dass es bessere Alternativen gibt?

Lutz Wagner:

  1. Maßnahmen umsetzen: Wir müssen in der Kommunalpolitik fiel mehr ins „Doing“ kommen. Sanierung der maroden Straßen, Nachhaltige Pflege der Grünanlagen, Sanierung der Schulen etc. sind Themen mit denen wir stärker in die Umsetzung kommen müssen.
  2. Überzeugung: Wenn sich Menschen mir gegenüber als AFD-Wähler zu erkennen gebe, frage ich sie zunächst nach den Gründen für diese Präferenz. Danach hinterfrage ich ihre Erwartungshaltung und versuche dann anhand von Beispielen zu verdeutlichen, dass die vermeintlich einfachen Antworten der AFD zumeist auf falschen Fakten basieren oder deren Lösungsansätze schlichtweg nicht rechtskonform sind. Ich habe diese Diskussion in 7 Wochen Haustürwahlkampf vielleicht mit 5 Personen gehabt. Also eher schwierig. Allerdings bin ich aufgrund meiner politischen Vita und meiner klaren Haltung gegen rechtsextreme und rechtspopulistische Strömungen auch nicht der beste Ansprechpartner für dieses Klientel
  3. Was nicht geht: Diesen Wählern mit rechtspopulistischen Thesen hinterher zu laufen. Sie wählen eh das Original.

Christian Fischer: Einen klaren echten Politikstil pflegen und vorleben. Das tun, was gesagt wird und das Gesagte tun.

Heike Jüngling: Die CDU hat von Anfang an durch einen Unvereinbarkeitsbeschluss jegliche Zusammenarbeit mit der AfD abgelehnt. Dennoch dürfen wir nicht alle Wählerinnen und Wähler unter den Verdacht stellen, rechtsextrem zu denken und zu handeln. Die Gründe, AfD zu wählen sind vielfältig: Migration, Abgehängtsein des ländlichen Raums, Sozialpolitik, nicht- ernst- genommen- fühlen…Diesen AfD-Wählerinnen und -wählern müssen sich alle demokratischen Parteien annehmen und durch gute Politik und bestenfalls in direkten Gesprächen überzeugen. Und man muss auch zulassen, dass Menschen ihre Kritik bestimmten Themen gegenüber offen äußern dürfen, ohne dass sie direkt in eine Ecke gestellt werden. Besonders wichtig ist es, kein Politik-blabla zu verbreiten, sondern konkret zu zeigen, dass die Politik Projekte umsetzen und Probleme lösen kann. Viele fühlen sich nicht gehört und ohnmächtig. Hier kann man durch konkrete Lösungen und Ansprechbarkeit punkten. 

Fahrrad Piktogramme können Fahrradfahrer schützen und Autofahrer aufmerksam machen. Bitte Piktogramme dringend!! Danke!

Lutz Wagner: Wir prüfen die neuen rechtlichen Möglichkeiten und werden sie dort nutzen wo es es für mehr Sicherheit für Fahrradfahrende sorgen könnte.

Christian Fischer: Bin ich absolut dabei. Gezielte Verbesserung der Be- und Ausschilderung bringt Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer.

Heike Jüngling: Zur Verbesserung der Sicherheit der Radfahrer sind an unübersichtlichen und gefährlichen Straßenbereichen deutlich sichtbare Hinweise zu deren Schutz an- und aufzubringen. Diese sind aber nicht immer rechtlich wirksam, sondern oft nur mit Zusatzzeichen, dies wäre im Einzelfall zu prüfen. Ich halte es für eine gute Idee!

Stromerzeuger-Genossenschaft? Strom lokal erzeugen> lokal nutzen, z.B. Oberscheuren.

Lutz Wagner: Hier gibt es (noch) einen privaten Vorhabenträger. Grundsätzlich gibt es, vor allem dann, wenn lokale Betreibergesellschaften für ein Projekt, wie z.B. zum Betrieb einer Windkraftanlage oder eines Solarfeldes, gegründet werden, die Möglichkeit die Bürger vor Ort zu beteiligen. Da wo es möglich ist, werde ich mich immer für eine möglichst weitgehende Beteiligung der Bürgerschaft einsetzen.

Christian Fischer: bin ein Freund von Genossenschaften, da es die Gemeinschaft stärkt und zu großen gemeinsamen Projekten herausfordern kann. Lokalen genossenschaftlicher Strom finde ich gut.

Heike Jüngling: Der Erzeugung von Wind- und PV-Energie liegt auch immer der Gedanke zugrunde, die Bürgerschaft durch Anteile zu beteiligen. In Königswinter ist bereits ein Bürger-Energie-Verein tätig. Durch eine direkte Beteiligung der Bürgerschaft von Anfang an lässt sich nach aller Erfahrung die Akzeptanz gerade von Windkraftanlagen, aber auch von Agri-PV-Anlagen erheblich verbessern. Hinsichtlich des Oberscheurener Vorhabens ruht das Verfahren zurzeit aufgrund der Insolvenz des Investors.  

Warum wird der Naturschutz aufgrund des Klimaschutzes völlig ignoriert bzw. nicht bearbeitet?

Lutz Wagner: Diese These ist so pauschal schlichtweg falsch. Um hier konkret entgegen zu können fehlt allerdings der Bezug zu einem konkreten Projekt. Der Gesetzgeber gibt ganz klar vor, dass immer die Beeinträchtigungen der naturschutzfachlichen Schutzgüter betrachtet und begutachtet werden. Würde diese These zutreffen, hätten wir z.B. bereits mit dem Bau des Berg-Tal-Radweges von Heisterbacherrott nach Oberdollendorf begonnen.

Christian Fischer: Die Frage drängt sich mir offen gesagt manchmal auch auf. Mir bleibt der Naturschutz ebenso wichtig.

Heike Jüngling: Im Naturschutzgebiet Siebengebirge sind eine Vielzahl von Akteuren tätig, die sich für den Naturschutz einsetzen, der VVS, die Biologische Station Rhein-Sieg, diverse Vereine. Darüber hinaus der Rhein-Sieg-Kreis als Träger des Naturparks.  Im Rahmen von Bauplanungen wird der Naturschutzaspekt durch entsprechende Gutachten berücksichtigt. Hinsichtlich des Windparks Kassler Heide wurde die Beeinträchtigungen des Naturschutzes zwar festgestellt, aber aufgrund der Bedeutung der regenerativen Energien „weg gewogen“. Dies sehe ich persönlich äußerst kritisch, zumal auch viele Tiere betroffen sind (zB Milan).

Neugestaltung Busbahnhof Oberpleis (gilt auch für ähnliche Vorhaben): Diese Areale mit z.B. Agri-PV-Modulen überdachen. Sorgt für Regenschutz und Beschattung, also auch Hitzeschutz, ohne dass es darunter dunkel ist. Der Strom kann z.B. für E-Busse genutzt werden.

Lutz Wagner: Grundsätzlich sollte immer, wenn neue Gebäude oder Anlagen gebaut werden, geprüft werden inwieweit Solarnutzung integriert werden kann. Ein direkter Verbrauch vor Ort ist immer auch betriebswirtschaftlich zu präferieren.

Christian Fischer: Finde ich auch gut, die kreativen Möglichkeiten von Agri-PV-Modulen würde ich gerne in Königswinter für uns nutzbar machen.

Heike Jüngling: Diese Areale mit z.B. Agri-PV-Modulen überdachen. Sorgt für Regenschutz und Beschattung, also auch Hitzeschutz, ohne dass es darunter dunkel ist. Der Strom kann z.B. für E-Busse genutzt werden. Ich bin absolut der Auffassung, dass PV zunächst auf Dächern zu installieren ist, bevor wertvolle landwirtschaftliche Nutzflächen genutzt werden. Dazu gehören auch Parkplätze, Gewerbe- und Sonderbauten und Konversionsflächen, und damit natürlich auch der Busbahnhof in Oberpleis. Dort ist auch insgesamt die Aufenthaltsqualität dringen zu verbessern und die Betonwüste zu eliminieren.

Wollen Sie, um mehr regenerative Energie und für Beschattung zu sorgen, z.B. gezielt Parkplätze jeder Art mit Parkplatz-PV-Anlagen überspannen?

Heike Jüngling: Ja: Prioritäten bezüglich PV wie schon oben dargelegt: (1) PV auf Dächern, (2) Parkplätze, Gewerbe-und Sonderbauten, Konversionsflächen, (3) privilegierte Flächen entlang A 3. Darüberhinaus stehe icheiner weitergehenden Inanspruchnahme von wertvollen landwirtschaftlich genutzten Flächen sehr kritisch gegenüber.

Entsiegelung Schulhöfe: Mein Bürgerantrag 2024 abgelehnt im Bauausschuss. Begründung: an To do letzter Punkt.

Lutz Wagner: Die Teil-Entsiegelung einzelner Schulhöfe passiert aktuell und wird sicherlich weiter fortgesetzt.

Welche Alternativen bietet die Bez.regierung Köln an hinsichtlich Windenergie? Welche alternativen Standorte gibt es zur Kasseler Heide? Stehen bei der geplanten Umsetzung in der Kasseler Heide Kosten und Nutzen im Verhältnis?

Lutz Wagner: Es ist richtig, dass es sich hier um ein Verfahren der Bezirksregierung und nicht der Stadt Königswinter handelt. Ursprünglich gab es in der Vorschlagsliste des LaNuV weitere Flächen zwischen Hartenberg und Düwelsarschbachtal, hinzu kam unser Vorschlag im Bereich des Flughafens Eudenbach. Im Verfahren sind die beiden letztgenannten Flächen gar nicht oder nach Prüfung ausgeschlossen worden. Dementsprechend verbleibt als Vorrangfläche nur die Kasseler Heide.

Heike Jüngling: Die ursprünglich angedachten alternativen Standorte waren im Laufe des Verfahrens leider verworfen worden. In der Kasseler Heide stehen Kosten und Nutzen aus meiner Sicht in keinem Verhältnis: Was wir kurzfristig an Pacht und Steuern gewinnen, verlieren wir langfristig an Naturwert, an touristischer Attraktivität und an Lebensqualität. Es gibt andere Flächen im Regierungsbezirk, die geprüft werden müssen, bevor wir diese Stück preisgeben. Ob es sich für einen Investor rechnet, obwohl Baustraßen hergestellt und Leitungen km-weit verlegt werden müssen, bleibt abzuwarten, könnte aber nach einer Modellrechnung trotz des erheblichen Aufwands der Falls sein.

Die Veranstaltung zur Windenergie in Oelinghoven war keine neutral geführte Veranstaltung. Sie war darauf ausgelegt, eine Ablehnung zu formieren. Vorbereitete Dokumente mussten nur noch unterschrieben werden. Einladung und Veranstaltung CDU! Widerspruch zur Entscheidung im Rat?

Heike Jüngling: Verschiedene Bürgerinnen und Bürger hatten mich um einen Termin hinsichtlich der Windenergie gebeten. Diesen habe ich in Kooperation mit der CDU angeboten. Ich hatte dies keinesfalls als Veranstaltung geplant, sondern als Treffen mit besorgten Anwohnerinnen und Anwohnern. Dass so viele gekommen waren und der Termin von Dritten als „Veranstaltung“ beworben wurde, lag nicht in meiner Hand. Dokumente wurden weder von mir noch von der CDU ausgelegt. Ich habe dies erst vor wenigen Tagen erfahren, selbst während des Abends davon aber nichts mitbekommen, so dass sich dies meiner Kenntnis entzieht. Ich selbst gehöre dem Rat nicht an, die CDU hat hierzu unterschiedlich abgestimmt.

Wird es auch persönliche Einladungen zur Beteiligung, z.B. durch Briefeinwurf geben?

Lutz Wagner: Ja, das machen wir bei einzelnen Projekten schon, Aber auch bei dieser Frage fehlt leider wieder der Bezug zu einem konkreten Projekt.

Christian Fischer: Mir wäre ein guter Mix aus Online und Offline wichtig. Bei Offline gehört auch der Briefeinwurf dazu.

Heike Jüngling: Ja.

Windpark Kasseler Heide: Das Bürgerenergiegeesetz ermöglicht individuell passende Beteiligungsmodelle (Kommune und Bürger). Für welche Modelle stehen die Kandidaten bzw. die Kandidatin ein?

Lutz Wagner: Ganz klar: Möglichst weitgehende Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Das sollte unbedingt über die Vorgaben des Bürgerenergiegesetzes hinaus gehen.

Heike Jüngling: Die Situation ist rechtlich komplex, vor allem aufgrund der unterschiedlichen Eigentumssituationen. Beteiligungsmodelle müssen seriös geprüft werden bevor ich hierzu eine belastbare Aussage treffen kann. Die Flächen in der Kasseler Heide gehören größtenteils privaten Eigentümern, nicht der Stadt. Die Gewerbesteuer fließt nur, wenn der Betreiber hier seinen Sitz hat – das kann ganz leicht umgangen werden. Und was in den man bedenken muss, sind die Kosten: Waldrodungen, Ausgleichsmaßnahmen, teure Erschließungswege.

Was ist mit den 180K6 Partikelabrieb pro Jahr? Mit der Austrocknung des Waldbodens? Windschatten? PFas, Infraschall?

Heike Jüngling: Die Sorgen vieler Bürgerinnen und Bürger über Abrieb, Infraschall oder die Auswirkungen auf unseren Waldboden nehme ich sehr ernst. Das sind keine Nebensächlichkeiten, sondern Fragen, die unsere Lebensqualität und unsere Natur unmittelbar betreffen.

Warum lehnt die CDU Windräder in der Kasseler Heide ab, obwohl Windkraft Kommunen nachweislich Millionen an Pacht, Steuern, EEG-Vergütung einbringen und so die Kassen füllen kann?

Heike Jüngling: Achtung! Die Flächen gehören größtenteils nicht der Stadt und ob die Kommune tatsächlich profitiert, ist offen und kann umgangen werden. Die EEG-Vergütung wird im Übrigen den Verbrauchern wieder berechnet, so dass es „auf Kosten“ der Menschen geht. Außerdem sollte man Naturschutz „nicht verkaufen“. 

In skandinavischen Ländern gibt es Busse, wo man sein Fahrrad hinten aufbocken kann. Warum ist es hier nicht möglich? Alte Leute könnten so mobiler sein.

Lutz Wagner: Diese Busse gibt es bei der RSVG auch, sie sind aber noch nicht sehr verbreitet. Ein Ausweitung wäre wünschenswert, gerade zur Überwindung der Berg-Tal-Höhendifferenzen.

Christian Fischer: Muss ich mir ansehen, interessanter Hinweis

Heike Jüngling: Auch in unserem Busnetz ist auf ausgewählten Linien die Mitnahme von Rädern gegeben. Meine rein persönliche Beobachtung ist, dass dies nicht sehr häufig in Anspruch genommen wird.

Welche konkreten Maßnahmen können umgesetzt werden, um das „Zonenrandgebiet“  Pleiserhohn mit ÖPNV, AST oder Rad- /Fußweg nach Oberpleis umzugestalten/ anzuschließen?

Heike Jüngling: Eine lange Forderung der CDU ist ein durchgängiger Rad-Gehweg nach Oberpleis (Schülerverkehr) und eine feste Busverbindung. Die Strecke werde ich in die Verhandlungen aufnehmen und alles daran setzen, hier eine konkretes Busangebot zu realisieren.

Sind Möglichkeiten zur kostengünstigen Fahrradmitnahme in den Bussen zwischen dem Berg- und Talbereich möglich und gibt es dafür Pläne.

Lutz Wagner: Siehe vorherige Frage…

Heike Jüngling: Siehe vorstehende Frage! Eine Erweiterung des Angebots wird regelmäßig geprüft. Es wird auch verwiesen auf das Leihradangebot an vielen zentralen Bushaltestellen.

Warum wird der Gubener Weg zwischen Thomasberg und Oberdollendorf nicht geteert und zum Fahrradweg gemacht?

Lutz Wagner: Diese Alternative müsste – allerdings mit wassergebundener Decke – geprüft werden, wenn wir mit der Landstraße 268 nicht zu einem positiven Ergebnis kommen.

Heike Jüngling: Der Gubener Weg muss nicht asphaltiert werden, allerdings in einen wesentlich besseren Zustand versetzt werden, um für Fahrräder gefahrlos genutzt werden zu können.

Weniger KFZ-Binnenverkehr…?

Lutz Wagner: …ist nur möglich über eine Stärkung des Umweltverbundes umweltfreundlicher Verkehrsmittel.

Bisherige Erfahrungen zeigen, dass Mitfahrerbänke nur sehr zurückhaltend angenommen werden. Eine Chance sehe ich darin hier die Vereine sehr stark einzubinden. Darüber hinaus sollten aber eher mögliche Unterversorgungen im ÖPNV verbessert werden.

Heike Jüngling: Ziel ist eine Steigerung des Radverkehrs und eine Verbesserung des ÖPNV.

Steht bei der Radwegeplanung auch die Sicherheit bei den schon vorhandenen Radwegen, z.B. Oberpleis > Birlinghoven, auf dem Plan?

Lutz Wagner: Dies ist ein wichtiger Aspekt bei der Entwicklung des Nahmobilitätskonzeptes.

Heike Jüngling: Bislang meines Wissens nach nicht.

Sind Kreisel geplant, z.B. Kreuzung Hennef /Niederpleis /Oberpleis > Nähe Offermannsberg ist arg gefährlich.

Heike Jüngling: Eine Planung gibt es meines Wissens nach nicht, die Machbarkeit wäre aber zu untersuchen.

Wann ist damit zu rechnen, dass im Bereich Oberpleis, insbesondere auf der Herresbacher Str. und der Dollendorfstr. Radwege ausgelegt werden?

Heike Jüngling: Bisher gibt es keine Planungen für die Herresbacher Straße. Die Dollendorfer Straße hat einen einseitigen Radweg ortsauswärts.

Welche Priorisierung haben die Ausgaben bzgl. Klimaschutz für Sie? Können Sie bei den notwendigen Ausgaben Ihre anderen Wahlversprechen noch halten?

Lutz Wagner: Grundsätzlich halte ich mich mit Wahlversprechen zurück. Ich zeige allerdings auf, wo ich die prioritären Handlungsnotwendigkeiten sehe. Nach unseren gesetzlichen Pflichtaufgaben haben die Klimaschutzprojekte dabei die höchste Priorität. Die Aufgabe und der Nutzen des Klimaschutzes sollte dabei immer mit anderen Themen wie Sanierung von Gebäuden, Verbesserung für Radfahrende oder E-Fahrzeugnutzende usw. verknüpft werden. Klimaschutz sollte sich immer am Nutzen für die Menschen orientieren.

Zur Sanierung der Gebäude der Stadt Königswinter: Was passiert mit z.B. den ausgetauschten noch funktionierenden Leuchten? Ist eine nachhaltige Sanierung möglich, die z.B. Recycling beinhaltet?

Christian Fischer: Da fehlen mir die Informationen. Wird bestimmt Lutz Wagner beantworten können.

Welche Pläne zur ökologischen Nutzung „Buschhof“ und Bauamt haben Sie?

Heike Jüngling: Die Frage erschließt sich mir leider nicht. Derzeit erarbeitet der Eigentümer eine Planungsidee für das Areal „Buschhof“.

Aus meiner Sicht sollte auch über die Förderung von hybriden Heizsystemen nachgedacht werden. Viele Häuser sind energetisch zu schlecht saniert, um effizient Wärmepumpen zu nutzen. Hybride Heizsysteme ( Hauptlast Wärmepumpe, Spitzenlast alte fossile Heizung) wären als Übergangslösungen mit einer großen CO2-Einsparung sinnvoll. Die fossilen Verbrenner könnten dann Schritt für Schritt nach Sanierungsstand zurückgefahren werden. Was spricht dagegen?

Christian Fischer: Aus meiner Sicht, nix.

Heike Jüngling: Namhafte Hersteller bieten durchaus die Möglichkeit an, Heizungssysteme mit erneuerbaren und fossilen Energieträgern zu kombinieren, zu installieren und zu betreiben. Förderfähig durch den Bund ist – wenn überhaupt -immer nur der regenerative Teil der Heizungsanlage.

Wird Pyrolyse als Möglichkeit für die kommunale Wärmewende in Betracht gezogen?

Heike Jüngling: Wasserstoff spielt in den nächsten Jahren für die private Wärmeversorgung in der Stadt wegen mangelnder Verfügbarkeit keine Rolle, zunächst evtl. für die Großindustrie.

Gibt es Bestrebungen, das Projekt „Flottes Gewerbe“ aus Bonn ebenfalls durchzuführen?

Christian Fischer: Fände ich eine interessante Idee. Vielleicht etwas herausfordernd, da wir mehr Fläche und weniger Ballung als Bonn haben.

Stärkung Nahversorgung 7000 Bürger in Heisterbacherrott/ Thomasberg. Sterben Geschäfte in Heisterbacherrott.

Christian Fischer: Das Thema finde ich sehr spannend. Es braucht Angebote und auch Menschen, die es nutzen und bezahlen wollen. Aktuell freue ich mich jetzt schon auf das neue Familienkaffee in Heisterbacherrott.

Heike Jüngling: Vor Jahren war ein Nahversorger in Heisterbacherrott geplant, allerdings an Widerständen auch aus der Bürgerschaft gescheitert. Das gerade erstellte Einzelhandels- und Zentrenkonzept sieht keine Neuansiedlung vor. In vielen Gesprächen mit den Menschen vor Ort habe ich gemerkt, dass das Geschäftesterben dort sehr bewegt. Zuletzt wurden in Heisterbacherrott die Bäckerei und der Buchladen geschlossen. Dies zu ändern wird aufgrund der Nähe anderer Geschäfte sicher schwierig, aber vielleicht gelingt es, zumindest einen kleinen Laden für den Ort zu gewinnen.

Was halten Sie von einer kleinen Maßnahme einer Mitfahrbank? (Berg-Tal-Verbindung)

Christian Fischer: Gute Idee, sofort umsetzen.

Heike Jüngling: Die Akzeptanz ist leider eher gering. Sollte es aber einen konkreten Wunsch und Bedarf geben, stehe ich diesem sehr offen gegenüber.

Was würden Sie gegen Leerstand bei Wohnraum konkret tun?

Christian Fischer: Eine Initiative gegen Leerstand starten. Eine die das Thema aufgreift und Menschen miteinander verbindet. Unterstützt durch die Stadt Workshops anbietet, um Immobilien umzugestalten (z.B. Sanieren, Umbau zu Mehrgeneration, Studentenwohnungen,…)

Heike Jüngling: Nach neuesten Erfassungen der Stadt sind derzeitig 712 Wohnungen mehr oder weniger lange unbelegt, ein Zustand, der nicht tolerierbar ist. Zusätzlich sind viele Bauplätze im Innenbereich nicht bebaut. Bevor im Außenbereich weitere Baugebiete ausgewiesen werden, ist es erforderlich, die beiden genannten Aspekte in den Blick zu nehmen und Maßnahmen zu formulieren, die den Leerstand reduzieren und die Innenentwicklung beschleunigen. Wie man auf meiner Seite heike-juengling.de unter „Wirtschaftliches“ lesen nachlesen kann, möchte ich zudem ein kommunales Leerstandsmanagement etablieren, welches sich aktiv um dieses Thema kümmert.

Wie wollen Sie ÖPNV verbessern?

Christian Fischer: Durch jährliche Betrachtung der Bedarfe, der Mobilitätsmöglichkeiten und der Finanzen.

Heike Jüngling: Ich fordere insbesondere für den östlichen Stadtbereich (Pleiserhohn, Sand, Bennerscheid, Oberhau) Verbesserungen.  Weitere Forderungen: Schnellbusverbindung Oberpleis-Bonn, Nachtbusangebot für den Bergbereich incl. Stieldorf gerade am Wochenende. Auch das Angebot für Anrufsammeltaxen sollte wieder zum Leben erweckt werden.

Wie steht es mit der Planung von P + R -Parkplätzen?

Heike Jüngling: Aktuell ist ein P+R-Parkplatz an der A3-Auffahrt in Ittenbach geplant.

Ist geplant, Gebiete in Königswinter bereitzustellen, in denen Baugenehmigungen für Tiny Häuser gestellt werden können?

Christian Fischer: Tiny Häuser finde ich auch sehr spannend, hatten uns damit vor einigen Jahren beschäftigt. Das Thema Baugenehmigungen ist zu prüfen.

Heike Jüngling: Derzeitig gibt es keine Planungen. Die Idee wird allerdings seit einiger Zeit diskutiert. Gerne werde ich mich des Themas annehmen. Die Herausforderung wird die Suche nach einem geeigneten Grundstück sein.

Welche Priorisierung haben die Ausgaben bzgl. Klimaschutz für Sie? Können Sie bei den notwendigen Ausgaben Ihre anderen Wahlversprechen noch halten?

Christian Fischer: Klimaschutz ist immer mitzudenken, da es ein langfristiges Dauerthema ist und bleibt. Alle Ausgaben richten sich nach den Möglichkeiten und hier brauchen wir einen guten gemeinsamen Diskurs, was wir und wann wir uns was in Königswinter leisten wollen.

Heike Jüngling: Die schlechte Haushaltslage in 2025 ff zwingt zu enormen Sparzwängen. Beim Klimaschutz ist über eine Kosten-Nutzen-Analyse zu priorisieren: Welche Maßnahmen haben pro Tonne eingespartem CO2 die geringsten Kosten? Außerdem würde ich das Thema Klimaschutz gerne bei allen Projekten mitdenken und als Querschnittsaufgabe betrachten. Die Milliardenausgaben, die das Klimavorreiterschutzkonzept vorsieht sind mE unrealistisch.

Wie hoch waren die Klimainvestitionen bisher? Und in Zukunft? Auswirkung auf Gewerbesteuer/ Grundsteuer?

Heike Jüngling: Dies kann ich leider nicht beziffern.

In Königswinter gibt es eine Renaissance des Schottergartens. In Gräfenhohn hat fast jeder zweite Neubau Schotter vor der Hütte. Das Beispiel macht Schule – die Stadt Königswinter unternimmt nichts. 2021 hat Königswinter Schottergärten verboten – Ein Papiertiger!!

Christian Fischer: Würde ich mir gerne im Detail anschauen. Wenn etwas auf Papier steht, dann ist dem auch nachzugehen. Ansonsten braucht es nicht auf dem Papier zu stehen.

Heike Jüngling: Richtig ist, dass die Stadt in 2021 bei Neubauten Schottergärten untersagt hat. Bei bestehenden Schottergärten setzen wir noch auf Freiwilligkeit.

Schwammstadt, Entsiegelung, Schottergärten. Wie wollen Sie diese Themen speziell im privaten Bereich angehen?

Heike Jüngling: Schottergärten sollten zunächst freiwillig umgeplant werden und eine entsprechende Beratung vorgesehen werden.  Wichtig ist es immer, die Themen gemeinsam mit der Bürgerschaft anzugehen und nicht einfach durchzusetzen.  Das sog. Vorreiterkonzept sieht vor, dass die Stadt auf die Bürgerschaft zugeht und (Bildungs)angebote für den gesamten Komplex anbietet.

Sie sprachen in Ihrem Eingangsstatement davon, dass Flächen entsiegelt werden sollen, dem widersprechen aber die jüngsten Statements der CDU. BVA CDU gegen Schwammstraße Lilienweg. CDU Podcast Entsiegelung Sebastianusplatz Oberdollendorf, denn dort sollen weiterhin Parkplätze eingerichtet werden.

Heike Jüngling: Dies ist differenzierter darzustellen: Der Sebastianusplatz spielt bei den Vereinen eine zentrale Rolle und dies wurde verkannt. Ich bin für die Entsiegelung anderer, sinnvollerer Flächen zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger und nicht einfach so um jeden Preis.

In Ittenbach wurden in den letzten 2 Jahren mindestens 10 große Bäume gefällt (Hardtweg, Königswinterer Straße, Marienplatz etc.). Nachpflanzungen erfolgten nicht oder nicht angemessen (ein Strauch, wo vorher eine 100jährige Linde stand;  Ebereschen, obwohl diese nicht hitzeresistent sind). Am Ittenbacher Sportplätzchen gibt es keinen einzigen Schattenspendenden Baum. Bäume werden nicht gewässert bzw. nicht mit Bewässerungssäcken versehen. – Eine enorme Gleichgültigkeit!

Christian Fischer: Würde ich mir auch gerne im Detail anschauen, auch das Thema Bewässerungssäcke ist sehr sinnvoll.

Heike Jüngling: Ihre Angaben mögen im Einzelfall zutreffen, was ich  nicht überprüfen kann. Fakt ist, dass die Stadt jede Fällung von in der Regel abgängigen (kranken) Bäumen dokumentiert und eine Nachpflanzung mit geeigneten, klimaresistenten Bäumen vorsieht und durchführt. Bei Neuanpflanzungen wird in den Fällen, wo eine unzureichende Wasserverfügbarkeit zu erwarten ist, das sog. Stockholmer Bewässerungssystem angewendet, das sicherstellt, dass dem angepflanzten Baum aus der näheren Umgebung bzw. aus dem benachbarten Straßenraum gezielt Wasser zugeführt wird.

Zur Sanierung der Gebäude der Stadt Königswinter: Was passiert mit z.B. den ausgetauschten noch funktionierenden Leuchten? Ist eine nachhaltige Sanierung möglich, die z.B. Recycling beinhaltet?

Heike Jüngling: Das weiß ich leider nicht, werde mich hierzu aber gerne erkundigen. Entsiegelung Schulhöfe: Mein Bürgerantrag 2024 abgelehnt im Bauausschuss. Begründung: an To do letzter Punkt. Im Rahmen der Klimaanpassung und der Hitzeaktionsplanung sind mittelfristig versiegelte Flächen und damit natürlich auch Schulhöfe umzuplanen und umzubauen. Die Stadt Königswinter hat diesen Prozess eingeleitet. Bei der Sanierung des Schulhofs in Eudenbach werden diese Gesichtspunkte berücksichtigt. Weitere Schulhöfe müssen unbedingt folgen, wobei immer auch die Funktionalität zu betrachten ist.

Gibt es Bestrebungen, das Projekt „Flottes Gewerbe“ aus Bonn ebenfalls durchzuführen?

Heike Jüngling: Die Nutzung von Lastenrädern durch die Gewerbebetriebe entfaltet insbesondere in Innenstädten eine positive Wirkung (emissionsfrei, kein Parkplatz notwendig). Die Topographie der Stadt Königswinter setzt einem derartigen Einsatz Grenzen. Ich würde gerne den Gewerbetreibenden unserer Stadt die Entscheidung hierzu überlassen

Warum konnten Sie, Frau Jüngling, viel von dem, was Sie fordern, als Dezernentin nicht initiieren?

Heike Jüngling: Mir obliegt in meiner Rolle nicht die Prioritätensetzung und ich habe auch nicht die Möglichkeit, schnittstellenübergreifend Dinge umzusetzen. Viele meiner Themen sind nur in der Rolle als Bürgermeister/Bürgermeisterin umsetzbar bzw. sinnvoll.

Was fällt Ihnen, Frau Jüngling, konkret ein, um die Beteiligung der Bürger einzubinden als die innovativen Ideen, „runder Tisch“, und Bürgerversammlung. Das wurde mir nicht klar!

Heike Jüngling: Zunächst ist es mir wichtig, frühzeitig Betroffene über Entwicklungen in ihrem Ort zu informieren. Dies dann durch persönliche Einladungen oder direkt vor Ort. Vierteljährlich möchte ich zudem zu Bürgerversammlungen einladen, um über aktuelle Entwicklungen in unserer Stadt, Zukunftspläne und Projekte zu berichten und allen Gelegenheit geben, sich einzubringen. Für besondere Themen werde ich mit Verwaltung und Politik zu Ideenwerkstätten einladen. Schauen Sie dazu gerne auf meine Website.

Was machen Sie, wenn Sie nicht Bürgermeister/in werden?

Christian Fischer: Das werde ich mir nach der Wahl überlegen. Ich kann aber jetzt schon sagen, ich möchte gerne weiter den Menschen in Königswinter dienen und gemeinsam mit Ihnen unterwegs sein.

Heike Jüngling: Ich wäre natürlich sehr enttäuscht, würde mich dann zunächst weiter mit aller Kraft meiner momentanen Aufgabe widmen und mich mittelfristig ggf. nach neuen und noch Herausforderungen/Perspektiven umschauen.

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Über die Autorin

Julia Mülhausen

ist Vorsitzende und Sprecherin der Klimagruppe. Sie kümmert sich um den Instagram-Account, schreibt unseren Ernährungs-Blog und ist in allen Gruppen ein bisschen beschäftigt. 

  • Über mich

    „Wir haben nur diese eine Erde, tun aber so, als hätten wir noch eine zum Ausweichen. Ich wünsche mir sehr, dass die Menschheit bald erkennt, dass unsere Ressourcen endlich sind und dass wir nur MIT der Natur – und nicht gegen sie – handeln können. Darum engagiere ich mich in der Klimagruppe, denn mit dem Klimawandel haben wir ein dringendes Problem, das das Potenzial hat, viele andere Probleme, wie Kriege um Ressourcen und populistische Ideologien zu generieren. Außerdem bin ich Mutter von vier Kindern und sogar Oma, und ich wünsche mir so sehr, dass diese Kinder alle eine gute Zukunft vor sich haben. Ich finde die junge Generation toll und ich will alles dafür tun, dass sie es so gut hat wie ich.“

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